Zickenalarm, Hühnerhof, Krabbenkorb, Bienenkönigin …

Berufliches Zusammenwirken von Frauen findet offenbar im Tierreich statt – das jedenfalls legen die Redewendungen in der Überschrift nahe. Da wird gegackert statt gearbeitet. Gekeift statt diskutiert. Durcheinander gekrabbelt statt zielorientiert angesteuert. Konkurrentinnen werden ausgestochen, oder – unter Stuten, versteht sich – gebissen. Alles Klischees?

Weshalb möchten Frauen mehrheitlich lieber für einen Chef als für eine Chefin arbeiten? Ist das Arbeiten unter Frauen effektiv unerfreulicher? Tatsächlich kommunizieren Frauengruppen – auch im Berufsleben – anders als Männergruppen. Frauen kommunizieren verbindungserhaltender, beziehen eher andere Frauen ein – oder grenzen sie auch aus. Frauen können sehr kompetitiv sein. Sie sind dies aber in der Regel eher gegenüber ihren Geschlechtsgenossinnen. Nicht selten buhlen sie untereinander um die Gunst der Männer. Dafür droht ihnen der Hauptschauplatz in den von Männern dominierten Organisationen, aus dem Blick zu geraten – die Machtspiele.

Von der Schwester zur Berufsfrau

Frauen erwarten von ihren Arbeitskolleginnen, ja sogar von ihren Chefinnen, das Teilen von Geschichten aus dem Privatleben und tendieren zu freundschaftlichen oder gar familienähnlichen Arbeitsbeziehungen als „Schwestern, Mütter oder Töchter“. Entzieht sich eine Frau bewusst diesen Vereinnahmungen, wird sie schnell als kalt oder eingebildet abgestempelt.

Wenn Frauen erfolgreich mit anderen Frauen zusammenarbeiten oder gar andere Frauen führen wollen, ist es hilfreich zu verstehen, welche Rollenmuster und Gruppenverhalten sie aus ihrer Mädchenkindheit in die Berufsfrauenwelt mitgenommen haben und wie sie einen konstruktiven Umgang mit diesen „Altlasten“ finden können. Sie können dann neue, erwachsene Berufsfrauenbeziehungen aufbauen und sich gegenseitig unterstützen und fördern lernen. Sie können selbstbewusst in Konkurrenz mit starken Frauen und Männern treten und lernen, sich über ihren Erfolg offen zu freuen. Und damit einen weiterer Schritt in echte Gleichstellung von Männern und Frauen in der Berufswelt tun.

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